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Umbau Gletscherrestaurant, Jungfraujoch

Planung der Gewerke Heizung, Lüftung und Sanitär durch EnerHaus Engineering der beiden total zu sanierenden Restaurants Eiger und Bollywood auf dem Jungfraujoch. Neben der sehr engen Platzverhältnissen für die gesamte Gebäudetechnikinstallation forderte auch die Objektlage und die damit verbundene Logistik alle Beteiligten.

(HLKS-Planung im Unterauftrag der Lauber IWISA AG)

Jahr 2013-2014
Kategorie Umbau, Restaurant/Küche
Gewerke Energie, Heizung, Kälte, Lüftung, Sanitär


→ 360° Tour durch die Baustelle (bis auf die Sphinx - wer findet den Weg)

→ Beitrag in der Fachzeitschrift Immobilia Juni 2014

 

Detailbeschrieb

Die Erschliessung des Standortes auf 3'454 m.ü.M. und eine klimatisch herausfordernde Gegend bieten ein anspruchsvolles Umfeld, um sich mit Themen wie Energieeffizienz oder Wasserhaushalt auseinander zu setzen. Die aufwendige Infrastruktur für die Versorgung der Gebäude mit Energie, Wasser und Abwasser verteuert den Betrieb des Restaurants massiv und folglich muss mit diesen Ressourcen haushälterisch (d.h. nachhaltig) umgegangen werden. Vor allem die thermische Energie für Heizzwecke und für die Aufbereitung des Warmwassers sollten weitestgehend mit den vorhanden Energieressourcen gedeckt werden. Die elektrische Versorgung der Gebäude hingegen ist durch den Bahnbetrieb sichergestellt und kann effizient mitgenutzt werden. Das raue, hochalpine Klima fordert aber erst recht auch die Entwicklung robuster Lösungen – etwas das auch für weniger abgeschiedene Standorte erstrebenswert ist.

Solarenergie nutzen

Die einzigen Energieressourcen, welche auf dem Jungfraujoch nutzbar sind, sind Sonne und Wind.

Gegenüber einem Standort im Mittelland kann auf dem Jungfraujoch ein fast doppelt so hoher Solarertrag erwartet werden (1850 kWh/m2*a). Die Nutzung von Windenergie wurde verworfen (Gefahr der Vereisung der Rotoren, Veränderung des Landschaftsbildes, Lärm, Schattenwurf). Folglich wurde das Energieversorgungskonzept konsequent auf die Solarnutzung ausgerichtet, d.h. maximale Nutzung der Solarenergie für den Betrieb der technischen Anlagen. Weiter war zu beachten, dass keine Natur überbaut wird. Es konnten nur die vorhandenen Fassadenflächen genutzt werden. Die Herausforderung war eine maximale Transparenz (Aussicht für die Gäste) er erreichen, bei einer maximalen Solarenergieausbeute. Die durchlüftete, zweischalige Fassade, welche als Luftkollektor wirkt, war da die optimale Lösung.

Energieeffiziente Technik – bewährte Komponenten

Möglichst energieeffiziente Anlagen und Geräte halten den Energiebedarf tief und somit den Autarkiegrad hoch. Diese Anlagen und Geräte dürfen aber keine Protoypen sein sondern zeichnen sich durch minimalen Wartungs- und Unterhaltsaufwand aus und verfügen über eine hohe Zuverlässigkeit. Nicht die einzelnen Komponenten wurden auf höchste Energieeffizienz getrimmt, sondern das System Gebäudehülle und Gebäudetechnik als Ganzes und im Zusammenspiel.

Die Innovation des Energiekonzeptes liegt darin, dass die Fassade 2-schichtig, mit einem Zwischenraum von ca. 50cm ausgeführt wird. Dieser Zwischenraum dient dazu, kühle Zuluft von aussen einströmen und während der Aufstiegsphase durch die natürliche Sonneneinstrahlung aufwärmen zu lassen. Die beiden Restaurantetagen werden so während dem Betrieb auf mindestens 18°C solar beheizt und auch eine Überhitzung kann zusammen mit dem innenliegenden Sonnenschutz praktisch ausgeschlossen werden. Damit können gemäss Simulationen der Hochschule Luzern – Technik & Architektur rund 30% Heizenergie gegenüber einem konventionellen System eingespart werden.

Das Fassadenkonzept ergänzt die drei weiteren eingeplanten Gebäudetechniksystemkomponenten im Sinne einer ganzheitlichen Systemplanung wirkungsvoll: Wärmerückgewinnung der Lüftung, Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser, sowie Abwärmenutzung der Kälteanlage für die Kühlzellen. Mit diesem Heizsystem ist es möglich, entgegen der ursprünglichen Heizungsart, ohne Direktelektroheizung auszukommen und auch auf zusätzliche Energieträger wie Holz oder Öl zu verzichten. Aus Gründen der Luftmessungen durch die Forschungsstation Jungfraujoch ist es nicht möglich emissionserzeugende Heizungsanlagen zu installieren, weil sonst die sehr sensiblen Messungen verfälscht würden.

Raumheizung und  -lüftung

Die bestehende elektrische Heizung mittels Radiatoren wurde zurückgebaut. Die Lüftungsanlagen wurden komplett erneuert und bezüglich Energieeffizienz auf den neusten Stand gebracht. Die passive Energienutzung mittels der zweischaligen Fassade wird direkt als Zuluftnachwärmung genutzt Die Fortluftwärmepumpe nach der Wärmerückgewinnungsanlage entzieht der Abluft noch die restliche Energie, damit die Luft, welche das Gebäude verlässt, wieder den geleichen Zustand hat, als diese angesaugt wurde. Die Wärmepumpe speist den Heizungs- und Warmwasserspeicher. Letztere wird zudem für die Abwärmerückgewinnung der Kälteanlage für die beiden Kühlzellen genutzt. Elektrische Heizeinsätze sind lediglich als Notheizungen mit manueller Einschaltung vorgesehen, sowie bei der Warmwassererzeugung um den Legionellenschutz bei Bedarf sicherzustellen.

Wasser- und Abwasser

Das Trinkwasser für das Gletscherrestaurant wird aus Schmelzwasser und Sickerwasser in den Hohlräumen gewonnen bzw. von tieferliegenden Quellen hochgepumpt und in der zentralen Wasserzysterne des Berghauses aufbereitet. Das gesamte Abwasser des Jungfraujochs ist über eine Leitung ins Tal an der Abwasserreinigungsanlage Grindelwald angeschlossen. Neben der elektrischen Versorgung ist die ausgeklügelte Abwasserleitung von 3'454 auf 950 m.ü.M. in die ARA Schafey die einzigen erschlossenen Versorgungsleitungen für das Junfraujoch.

Kennwerte:
Wärmepumpenleistung Heizung:  60 kW
Wärmepumpenleistung Warmwassererzeugung: 56.3 kW
Luftmenge Restaurants: 12'000 m3/h
Die Energie- und Wassermengen werden laufend gemessen und periodisch ausgewertet.

 

3D-Rundgang (BIM-Modell)

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